Das Vereinsemblem mit dem von Ludwig dem Baiern im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts der Stadt Weilheim verliehenem Wappen

 

Letzte Aktualisierung am
 17.07.2017
(23:00)

Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft
Weilheim
Schützenstraße 28    82362 Weilheim Tel.: 0881/5210
Email: FSG.Weilheim@t-online.de Home: http://www.FSG-Weilheim.de

Schützenmuseum

bei der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft (FSG) Weilheim

Erste Darstellung der 1822 neu erbauten Schießstätte, 1823(Schützenmuseum Weilheim i. OB)

  Schießabende:  Dienstag und Donnerstag ab 19:00 Uhr   Jugend ab 18:00 Uhr  (Während der Ferien ab 19:00 Uhr)

   Aus dem Weilheimer Tagblatt: Schützen haben nicht nur Waffen
  www.merkur-online.de/lokales/weilheim/schuetzen-haben-nicht-waffen-1501986.html

Das Schützenmuseum der Kgl. priv FSG Weiheim

Nach einigen Jahren der Vorbereitung konnten die Feuerschützen im Jahre 1995 „ihr Museum“ eröffnen.

Die Sammlung vermittelt einen umfassenden Einblick in die bedeutende Schützentradition der Stadt Weilheim, die bis in das späte Mittelalter zurückreicht.

Zu den Exponaten, die in drei Räumen der im Jahre 1822 erbauten alten Schießstätte ausgestellt sind, gehören Pokale, Fahnen, Scheiben, Bilder, Abzeichen, Waffen und Dokumente aus dem Besitz der Feuerschützengesellschaft. Ergänzt wird die Sammlung durch Leihgaben der Stadt Weilheim und aus Privatbesitz.

Öffnungszeiten
Di. und Do. 19:00-21:00
und nach Vereinbarung

Tel.:  0881/7549
Fax: 0881/417191

 Nachstehend ein kleiner „Rundgang“ durch die Ausstellung:

Das Augsburger Stahlschießen, 1470
 (Stadtarchiv Augsburg, Bestand Reichsstadt, Schützenbücher Nr. 1)

An dem Schießen nahmen 466 Schützen teil, darunter die Herzöge Christoph und Albrecht von Bayern-München, Graf Otto von Henneberg, etliche Grafen von Montfort, drei Ritter, 66 Augsburger und auch drei Weilheimer.

Das zweite Best im Wert von 90 fl. gewinnt mit 11 Schüssen der Weilheimer Hanns Bogner.

Er ist im Schützenbuch auf fol. 13 v unter den Schützen des Herzogs Christoph von München zu finden: „Hanns Bogner von Weylhalm“ (Tafel links).

Auf fol. 114 v des Schützenbuches befindet sich folgender Eintrag (Tafel rechts):
Weylhaym
Leonhardt Bader,
oo (=2 Treffer)
Hanns Rohrwolff, ooo (=3 Treffer)

Befehlspatent der Herzöge Wilhelm und Ludwig
zur Bildung einer „Bürgerwehr“, 1525

Stadtkammerrechnung 1645

Auch im Jahre 1645 findet die Stadt einen Grund, den Schützen ihren Vortel zu verweigern. Der Eintrag lautet: „Diß Jahrs weile bey gemainer Statt das einkhommen so khlein, und man sich den sonsten gewohnlichen Vortl zu geben gewaigert, man auch die Schüzen umb soviel mehr, weile sie Sich in churfürstlichen Diensten zur Defendierung (Verteidigung) des Landts müssen gebrauchen lassen, zur churfürstlich hochlöblichen Hofkammer gewißen, ist Ihnen bezahlt worden nihil“ (nichts).

Der ersten im Weilheimer Stadtarchiv erhaltenen Stadtkammerrechnung des Jahres 1522 entnehmen wir: „Item dem Hanns maler zu erung geben, als er gen moßburg auf das schießen ist zogen“.
Er bekommt dafür einen Gulden aus der Stadtkasse.

Ratsprotokoll 1533

Bedingt durch die gemeinschaftlichen Schießübungen werden auch in Weilheim schon frühzeitig Regeln für die Schützen aufgestellt. Eine erste uns bekannte Anweisung enthält das Ratsprotokoll des Jahres 1533, die „Pyxen Schützn betr.“. Dort ist unter anderem nachzulesen, dass alle Schützen, welche „um die Hosen“ schießen wollen, aufzuschreiben und zu verpflichten sind, nur mit der eigenen Büchse und dem eigenen Geschoß an den Stand zu gehen. Dies ist dem Rat anzuzeigen. Wer gegen diese Anordnung verstößt, „soll von einem ehrbaren Rat gestraft werden“.

Großes Schießen zu München,  1577
(entnommen aus: STAHLEDER, Helmuth (Bearb.); Lobspruch des Großen Schießens zu München anno 1577
von Lienhard und Valentin Flexel, hrsg. vom Stadtarchiv München; München 2006

Die Bilder stammen von Lienhards Sohn Valentin. Das Stadtarchiv München hat im Jahr 2006 eine Faksimile-Ausgabe dieser Handschrift herausgebracht, so dass es mir möglich ist, hier einige Seiten zu zeigen, darunter auch die Seite mit den Weilheimer Büchsenschützen
 Caspar Schwaller, Sewastian Grilhaiß, Sewastian Miller zum Hag und Hans Schmid zum Kerla
Und der Stadtkammerrechnung ist zu entnehmen, dass der ehrsame Rat für diese Schützenfahrt vier Gulden bezahlt hat.
Da nur Büchsenschützen in München waren, können wir daraus schließen, dass zu diesem Zeitpunkt die Armbrust auch in Weilheim keine Bedeutung mehr hatte.

Michael Wening, Weilheim um 1700

Nachzuweisen ist die Lage der Schießstätte auf zwei Kupferstichen; bei M. Merian vor dem Jahre 1650 und bei Michael Wening um das Jahr 1700. Dem öffentlichen Ansehen und der Bedeutung der Schützen entsprechend ist die „Schießhütten“ bei Wening sogar in der Legende unter dem Buchstaben „N“ aufgeführt.

Votivbild der Weilheimer Landwehrschützen, 1703

Weilheimer Schützen werden im Jahre 1703 im Spanischen Erbfolgekrieg am “Steinernen Brücklein” zwischen Oberau und Farchant eingesetzt. Der Bildhauer Ignaz Degler berichtet am 27. August 1703 in seinem Tagebuch von einem Gefecht und der Gefangennahme von fünf Weilheimer Bürgern und Landwehrschützen, die auf dem Votivbild zu sehen sind. (Tafel 6).
Die Inschrift lautet:
„Zum Andenken an die braven Bürger und Landwehrschützen, 1. Joseph Erlacher Kupferschmied, 2. Hanns Helfetsrieder Kupferschmied, 3. Andreas Höld Goldschmied, 4. Leopold Renner Maurermeister, 5. Dionys Hohenleitner aus Weilheim, welche im spanischen Erbfolgekrieg am 15. Septh. 1703 (?) bey Ettal von den kaiserlichen Reitern gefangen genommen, u. nach Insbruck geführt wurden, wo sie vom Elende erdrückt, alle 5 im November gestorben.
Gefertigt 1703, renov. 1874“

„Schizen-Ortnung“, Schützenmuseum Weilheim

Das Jahr 1608 bringt dann eine ausführliche „Schizen Ortnung“ mit 28 Artikeln. Diese Schützenordnung ist, wie es heißt, „im 1724. Jahr aber mahlen Renovirt worden, und 1790 mehrmahlen“.

Erste Darstellung der 1822 neu erbauten Schießstätte, 1823
Mit der Aufschrift
Es blühe Freundschaft
und herrsche Friede

Ehrenscheibe zur Thronbesteigung Ottos I. von Griechenland, 1833

Beschreibung der Ehrenscheibe:
Zu sehen ist der jugendliche Otto im Krönungsornat mit Königskrone, in der rechten Hand das Zepter; mit der linken weckt er einen alten Mann (das alte Griechenland) auf, der vor antiken Ruinen schläft. Davor liegen dicke Bücher, wohl auf die griechischen Philosophen hindeutend. Hermes, der griechische Götterbote, überbringt einen versiegelten Brief, während Fama in der Scheibenmitte mit Posaunenschall die Ankunft Ottos verkündet. Im Hintergrund befindet sich ein Segelschiff mit bayerischen Soldaten. In den Wolken thronen Apollo, der Gott der Wahrheit und Musik, Demeter, Göttin der Erde und des Getreides und Athene, Göttin von Krieg und Weisheit (Tafel 7).

Ansicht der Schießstätte auf einer Schützenscheibe, 1865

Der Zustand der Schießstätte muss zu dieser Zeit nicht gerade einladend gewesen sein, wie eine Scheibe aus dem Jahre 1865 zeigt. In der oberen Hälfte ist ein Idealbild mit dem Text „Wohl schön und neu, wenn wahr“, und in der unteren Hälfte der Zustand mit dem Text „doch hoffnungslos und Hilfe arm, daß Gott erbarm“, dargestellt.

Ehrenscheibe zur Eröffnung der neuen Schießhalle in Weilheim, 1874

Pokal des Bundesschießens 1862,
Schützenmuseum Weilheim i. OB

Noch einmal, im Jahre 1919, werden Weilheims Feuerschützen zur Bewachung des Stadtgebietes herangezogen, wie ein Aufruf zeigt.

Aufruf zur Bewachung des Stadtgebiets
Man beachte, dass der Schützenkommissär zu Zeiten des Freistaates Bayern noch mit „Kgl.“ unterschreibt!

„Madroux-Chronik“    (Schützenmuseum Weilheim i. OB)

Unter den 321 Mitgliedern der im April 1919 gegründeten Ortswehr oder Einwohnerwehr finden wir naturgemäß auch die Namen vieler Schützen, wie z. B. Hans Ferchl, den Schützenmeister der Kgl. priv. FSG, oder Emil Feilner, den Schützenmeister der im Jahre 1904 gegründeten Schützengesellschaft „Frohsinn“ Weilheim.
Willi Simader hat unter dem Titel „Weilheim zur Zeit der Räterepublik – Ortswehr, Bürgerwehr, Einwohnerwehr und die Räte“ im Jahre 1994 eine Dokumentation herausgebracht, die sich u. a. auch auf eine Chronik der Einwohnerwehr von Major a. D. Eduard von Madroux stützt. Simader bedauert, dass er von dieser Chronik nur eine schwarz-weiß Fotokopie habe.

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