Das Vereinsemblem mit dem von Ludwig dem Baiern im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts der Stadt Weilheim verliehenem Wappen

 

Letzte Aktualisierung am
 17.07.2017
(23:00)

Königlich privilegierte Feuerschützengesellschaft
Weilheim
Schützenstraße 28    82362 Weilheim Tel.: 0881/5210
Email: FSG.Weilheim@t-online.de Home: http://www.FSG-Weilheim.de

Schützenordnungen

bei der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft (FSG) Weilheim

Erste Darstellung der 1822 neu erbauten Schießstätte, 1823(Schützenmuseum Weilheim i. OB)

  Schießabende:  Dienstag und Donnerstag ab 19:00 Uhr   Jugend ab 18:00 Uhr  (Während der Ferien ab 19:00 Uhr)

Abb. 5) Ratsprotokoll 1533

Bedingt durch die gemeinschaftlichen Schießübungen werden auch in Weilheim schon frühzeitig Regeln für die Schützen aufgestellt. Eine erste uns bekannte Anweisung enthält das Ratsprotokoll des Jahres 1533, die „Pyxen Schützn betr.“. Dort ist unter anderem nachzulesen, dass alle Schützen, welche „um die Hosen“ schießen wollen, aufzuschreiben und zu verpflichten sind, nur mit der eigenen Büchse und dem eigenen Geschoß an den Stand zu gehen. Dies ist dem Rat anzuzeigen. Wer gegen diese Anordnung verstößt, „soll von einem ehrbaren Rat gestraft werden“.

Das Jahr 1608 bringt dann eine ausführliche „Schizen Ortnung“ mit 28 Artikeln. Diese Schützenordnung ist, wie es heißt, „im 1724. Jahr aber mahlen Renovirt worden, und 1790 mehrmahlen“.

Abb. 6) „Schizen-Ortnung“, Schützenmuseum Weilheim

Eigens wird auf die Genehmigung der kurfürstlichen Obrigkeit (betrifft wohl die Fassung der Jahre 1724 und 1790) und des ehrsamen, wohlweisen Rats der Stadt hingewiesen.
Einige Kostproben aus dieser Schützenordnung:
Ein jeder Herr und Schütze ist verpflichtet, seinen „Vortel“ zu geben, sich einschreiben zu lassen und das Einschreibgeld zu zahlen, heißt es im ersten Punkt.
Im zweiten Artikel wird darauf verwiesen, sich keiner Zauberei oder anderen unzulässigen Mitteln zu bedienen. (Webers „Freischütz“)

Die zugelassenen Waffen „Stein- oder Feuerschloß“ sind im dritten Punkt verzeichnet.
Das Fluchen wird nach der Schwere des Verbrechens von den Schützenmeistern bestraft, ist im fünften Artikel zu lesen.
Dass man mit der geladenen Büchse auf niemanden zielt, ist genauso verzeichnet (7.), wie die Strafe für Schützen, die ihre Büchse aus Zorn von sich werfen (12.).

Nach Punkt 18. sind die Schützenmeister gehalten, mit einem geeichten Zirkel die Schüsse vom Zentrum des „Nagels“ aus unparteiisch auszuwerten; daher der Ausdruck „Den Nagel auf den Kopf treffen“. Der Schützenschreiber hat dies fleißig zu protokollieren.

Im Artikel 19 ist festgelegt, dass bei gleichen Schüssen, die nicht eindeutig abzugrenzen sind, die verwendeten Kugeln bis zur Hälfte in die jeweiligen Schusslöcher einzuschlagen sind, um dann nochmals vom Zentrum aus messen zu können. Heute hat man dazu einen Schusslochprüfer bzw. seit dem Einsatz des Computers gibt es keine zweifelhaften Schüsse mehr. Punkt 20 besagt, dass nur freihändig ohne Riemen geschossen werden darf, wobei alle Büchsen, ob geschraubt, gerissen, krumm oder gerade, zugelassen sind.
 

Mit dem Erlass einer für das damalige Kurbaiern einheitlichen Schützenordnung im Jahre 1796 verliert die Weilheimer „Schizen Ortnung“ ihre Gültigkeit.
In 54 Paragraphen regelt die neue Schützenordnung die „Rechte und Obliegenheiten der Schützen-Commissarien und Schützenmeister, dann „Aufnahm der Schützen“, ferner die „Gerichtsbarkeit und Verhandlung der Straffälle auf den Schießstätten“, „Ordnung und Verhalten bey dem Schießen“ und am Schluss noch „Bestimmung der Herrnvortl und besondere Anordnungen in dieser und anderer Rücksicht, vorzüglich für hiesige Hauptschießstätte“. Die Begründung für diese unter Carl Theodor erlassenen Schützenordnung können wir der Vorrede entnehmen. Darin heißt es unter anderem: „Um ... fernern Irrungen vorzubeugen, zugleich auch, soviel möglich, im Ganzen die nöthige Gleichförmigkeit und Einheit zu erzielen, haben Wir Uns gnädigst entschlossen, eine neue, den gegenwärtigen Zeiten angemessene Schützen-Ordnung entwerfen zu lassen, und selbe zur allgemeinen Richtschnur fest zu setzen, mit dem gnädigsten, jedoch ernstlichen Befehle, daß sich also sämmtliche hieländische gefreyte Schießstätte in Zukunft bloß allein an diese nachfolgende Ordnung genau zu halten, und selbe pünktlich zu beobachten haben“.

72 Jahre später, am 25. August 1868, erläßt König Ludwig II. „ ...in der Erwägung, daß die allgemeine bayerische Schützenordnung vom 21. Juli 1796 der gegenwärtigen Ausbildung des Schützenwesens nicht mehr entspricht“, die „Allgemeine Schützenordnung für das Königreich Bayern.“
Der Zweck dieser inzwischen 86 Paragraphen umfassenden Schützenordnung ist eindeutig. In Paragraph 1 ist festgelegt: „Die Schützengesellschaften haben den Zweck, ihre Mitglieder zu gemeinschaftlichen Schießübungen zu vereinigen, um durch fortgesetzte Handhabung der Feuerwaffe (der in § 53 näher bezeichneten Gewehre) und durch Förderung des Schützenwesens im Allgemeinen die Wehrkraft des Volkes zu erhöhen.“ § 2 lautet: „Den zur Zeit bestehenden, sowie den sich neu bildenden Schützengesellschaften steht es frei, ob sie gegenwärtige Schützenordnung als Statut anerkennen wollen oder nicht“. Die Weilheimer Feuerschützen haben diese Schützenordnung anerkannt und sich fortan als „Königlich privilegiert“ bezeichnen können. Und noch heute führt die Feuerschützengesellschaft den Zusatz „Königlich privilegiert“, nachdem sie im Jahre 1968 vom Staatsministerium des Innern in die Liste der privilegierten Schützengesellschaften aufgenommen worden ist.

Jetzt ist so oft der Begriff „privilegiert“ oder „Königlich privilegiert“ gefallen, so dass ich doch etwas dazu sagen muss.
Der Namenszusatz „privilegiert“ oder „Königlich privilegiert“ besagt heute lediglich, dass die Schützengesellschaft ihre Rechtsfähigkeit nicht aus der Eintragung in das Vereinsregister herleitet, sondern auf Grund staatlicher (landesherrlicher) Verleihung aus der Zeit vor Inkrafttreten des BGB (also vor dem 1. Januar 1900) rechtsfähig ist. Weilheim und 28 weitere Schützengesellschaften in Bayern sind bereits im Jahr 1796 als „privilegiert“ bezeichnet worden, wie aus einem Schreiben hervorgeht, mit dem die Schützenordnung vom 21. Juli 1796 übermittelt wurde: „..Da wir uns huldreichst entschlossen, für sämtliche Haupt- und andere althergebracht privilegierte Schießstädte unserer Bayerischen Erbstaaten eine neue Schützenordnung“ ... usw., usw., heißt es dort.
Mit der Rechtsfähigkeit, dem „Privilegium“, war auch die Gewährung der landesherrlichen Vortelgelder verbunden, von denen wir schon gehört haben.
Heute nennen sich in Bayern 237 Gesellschaften „privilegiert“ oder „Königlich privilegiert“. Sie werden seit 1. Januar 2003 in einem Verzeichnis bei der Regierung von Schwaben geführt.

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